Das CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM, nach der englischen Abkürzung) ist eine der ehrgeizigsten Maßnahmen der EU im Bereich der handelsbezogenen Klimapolitik. Seit Oktober 2023 befindet es sich in einer Übergangsphase mit Berichtspflichten, und ab 2026 beginnt die tatsächliche Zahlungspflicht. Für Importeure, die Waren aus China beziehen, ist das Verständnis des CBAM entscheidend, um Kosten und Beschaffungsstrategien zu planen.
Welche Produkte betroffen sind
In seiner ersten Phase erfasst der CBAM sechs Kategorien: Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Das bedeutet: Wenn Sie Aluminiumprofile, Metallkonstruktionen, Stahlschrauben, Spezialzemente oder Düngemittel aus China importieren, müssen Sie die mit der Produktion dieser Güter verbundenen CO2-Emissionen berechnen und melden. Die EU plant, den Anwendungsbereich in den kommenden Jahren auf weitere Branchen auszuweiten.
Wie es in der Praxis funktioniert
Der Importeur muss CBAM-Zertifikate erwerben, deren Preis an den CO2-Preis im europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS) gekoppelt ist, der derzeit bei rund 60 bis 70 Euro pro Tonne CO2 liegt. Kann Ihr chinesischer Lieferant nachweisen, dass er in China bereits einen CO2-Preis gezahlt hat, wird dieser Betrag angerechnet. Das Problem ist, dass der chinesische CO2-Markt derzeit nur den Stromsektor abdeckt und der Preis bei etwa 8 bis 10 Euro pro Tonne liegt, also weit unter dem europäischen Niveau.
Geschätzte Auswirkungen auf die Kosten
Zur Veranschaulichung: Der Import einer Tonne warmgewalzten Stahls aus China kann je nach Energieeffizienz des Produktionswerks CBAM-Mehrkosten von 100 bis 180 Euro verursachen. Bei Aluminium ist die Auswirkung noch größer, da die chinesische Aluminiumproduktion in hohem Maße von Kohlekraftwerken abhängt. Diese Mehrkosten können die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter chinesischer Produkte gegenüber europäischen Herstellern oder Herstellern aus Ländern mit geringerem CO2-Fußabdruck erheblich verändern.
Unsere Empfehlung
Wenn Sie vom CBAM betroffene Produkte importieren, handeln Sie jetzt: Fordern Sie von Ihren chinesischen Lieferanten geprüfte Emissionsdaten je Produkteinheit an, prüfen Sie alternative Lieferanten mit geringerem CO2-Fußabdruck (einige chinesische Fabriken investieren stark in erneuerbare Energien) und berechnen Sie die Auswirkungen auf Ihre Margen. MingTa Group begleitet Sie gerne durch diesen Prozess und hilft Ihnen, Fabriken mit Umweltzertifizierungen wie ISO 14001 und überprüfbarer Emissionsberichterstattung zu identifizieren.
